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Gewaltschutztrainerausbildung des HFK
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Als ich am 10.06.2011 die E-Mail von Werner Dietrich, dem Lehrbeauftragten des DKV für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung mit dem Betreff „Selbstbehauptung, Gewaltschutz Kinder und Jugendliche“ erhielt, dachte ich : „Das ging ja schnell!“, hatte ich doch grade wenige Tage zuvor mit Werner telefoniert und ihn bezogen auf einen Lehrgang für die Ausbildung zum Gewaltschutztrainer befragt und Interesse diesbezüglich angemeldet.
Voller Vorfreude öffnete ich die E-Mail, sofort fiel mir das Datum der geplanten Durchführung in die Augen.
24.06.2011! Nach kurzer Überlegung griff ich zum Telefonhörer und begann meine Termine und Verpflichtungen für das Wochenende vom 24.06.2011 bis 26.06.2011 umzulegen, um mich sodann für den Lehrgang anzumelden.
Der geneigte Leser wird sich jetzt wahrscheinlich fragen, warum betreibt er diesen Aufwand und nimmt nicht einfach den nächsten Lehrgang bzw. nimmt an einem Lehrgang in seiner Region (Berlin) teil?
Die Antwort ist einfach, zunächst wird eine qualifizierte Ausbildung in diesem Bereich z. B durch die Polizeibehörde Berlin nicht angeboten, wovon ich mich wenige Tage vor der Einladung zu diesem Lehrgang durch ein Gespräch an entsprechender Stelle überzeugt hatte.
Zum anderen waren grade zu diesem Zeitpunkt Anfragen aus der Schule meines Sohnes an mich herangetragen worden, ob ich bereit wäre, im Rahmen der Karate-AG, die ich ab August an der Schule leiten werde, auch das Thema Gewaltschutz, insbesondere im Hinblick auf die Früherkennung von Gefahren und Selbstbehauptung in einer Gefahrensituation, zu behandeln.
Darüber hinaus sind mir beide Dozenten - Werner Dietrich und Dr. Jürgen Fritzsche - als ausgesprochen kompetent bekannt, was für mich dann letztlich entscheidend war.
Die Einladung zum Lehrgang kam damit vor den Sommerferien genau richtig und - um es vor weg zu nehmen – die ca. 500 km von Berlin nach Usingen haben sich mehr als gelohnt!
Pünktlich um 10 Uhr am Freitagmorgen begann das Seminar, welches von Werner und Jürgen gewohnt souverän, fesselnd und für alle Teilnehmer verständlich geleitet wurde.
Obwohl zwischen Einladung und Durchführung des Seminars lediglich 14 Tage lagen, waren 20 Teilnehmer angereist, wobei einige sogar erhebliche Entfernungen für die Teilnahme zu überwinden hatten.
Nach einer kurzen Einführung zum Ablauf des Lehrganges und zu den Ausbildungsinhalten, begann die praktische Arbeit damit, dass die Rollentrainings und Anwendungen, die durch die Trainer später mit der Zielgruppe – den Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 14 Jahren – durchgeführt werden sollen, durch die Teilnehmer des Seminars selbst vorbereitet, durchgespielt und analysiert wurden.
Unter der Überschrift „Gefahrensensibilisierung und Wahrnehmungsfähigkeit“ wurden u.a. zunächst Übungen zur Gefahrenerkennung, Gefahrenvermeidung, Gefahrenbegegnung und Gefahrüberwindung durchgeführt.
Besonderen Wert legte Werner darauf, dass die späteren Trainer und Trainerinnen den Kindern und Jugendlichen im Training Strategien an die Hand geben, wie sie z. B. abweichendes Verhalten erkennen, sich gegen Zumutungen anderer Personen abgrenzen und – im Notfall – Fluchtmöglichkeiten suchen, analysieren und nutzen.
Auch die Wichtigkeit von Vertrauenspersonen für die Zielgruppe wurde immer wieder betont und besprochen, besonders deutlich machte Werner den Teilnehmern, was sie aufgrund ihrer Ausbildung zum Gewaltschutztrainer erreichen sollten, aber auch unbedingt vermeiden müssen (Erzeugung von Angst oder Unsicherheit sowie Schuldgefühle, Vorurteile gegen bestimmte Personen, Rassen, Religionen oder Selbstüberschätzung).
Obwohl nahezu alle Teilnehmer bereits erfahrende Trainier und Trainerinnen waren, zum Teil sogar mit pädagogischer Ausbildung und beruflicher Orientierung in diesem Bereich, haben doch alle viele Anregungen und auch viel Neues für ein Gewaltschutztraining mit Kindern und Jugendlichen erfahren.
Sowohl Jürgen als auch Werner vermochten es während der 3 Tage andauernden Ausbildung durch ihren klaren, strukturierten und stets spannenden Vortrag die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu fesseln und den – jedenfalls zum Teil – schwierigen und umfangreichen Ausbildungsstoff so zu vermitteln, dass alle Teilnehmer des Seminars am Sonntag mit dem Gefühl nach Hause fuhren, nicht nur unheimlich viel für sich selbst gelernt zu haben, sondern das Gelernte auch bei der geplanten Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen anwenden zu können.
Ich jedenfalls freue mich auf die Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Gewaltschutz und auf die angekündigten Themenlehrgänge.
Meines Erachtens lohnt sich die Teilnahme an der Ausbildung zum Gewaltschutztrainer/ Gewaltschutztrainerin nicht nur für diejenigen, die tatsächlich in diesem Bereich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen, sondern nahezu für jeden Karateka, sei es zur Bereicherung seines persönlichen Weges oder auch zur Nutzung im ganz privaten Umfeld.
Dr. Carsten Brunner
Shirokuma Berlin e.V.
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